Für die meisten Radfahrer ist der Laufradsatz die Grundlage für ein geschmeidiges Fahrgefühl, und die Speichen, quasi das Gerüst des Laufradsatzes, bestimmen direkt dessen Steifigkeit, Stabilität und Lebensdauer. Viele Fahrer bemerken die Speichen erst, wenn ungewöhnliche Geräusche auftreten oder sie sich lockern. Profis hingegen wissen, dass die Beherrschung der Speicheneinfädelungstechniken und deren Pflege der Schlüssel zur optimalen Leistung des Laufradsatzes ist. Heute entschlüsseln wir die wichtigsten Geheimnisse der Speichen, die Profis so schätzen.
Speichenklassifizierung
Gemäß der Kopfstruktur
Speichen lassen sich anhand ihrer Kopfform in J-förmige Speichen und geradlinige Speichen unterteilen.
J-förmige Speichen:Die gängigste Speichenart weist am Ende, das mit der Nabe verbunden wird, einen 90°-Winkel (ähnlich einem J) auf, der in die Nabenflanschbohrung einrastet. Diese Konstruktion verhindert effektiv ein Verdrehen der Speichen am Nabenende, erleichtert die Montage und den Austausch und ist mit den meisten Naben kompatibel. Naben für J-förmige Speichen sind einfacher aufgebaut und kostengünstiger.

Gerade Speichen:Da der Speichenkopf keine Biegung aufweist, entfallen Schwachstellen an der Naben-Speichen-Verbindung, was theoretisch eine höhere Haltbarkeit verspricht. Allerdings gestalten sich die Laufradmontage und der Speichenwechsel schwieriger. Gerade Speichen bieten nicht die Dämpfungswirkung von Biegungen und erfordern daher eine präzise Ausrichtung im Nabenloch während der Montage. Zudem variieren die Speichenkopfformen je nach Hersteller, was die Austauschbarkeit erschwert. Der Spielraum beim Einfädeln ist begrenzt, wodurch wenig Fehlertoleranz besteht. Bricht eine Speiche, muss zum Austausch oft der Freilaufkörper oder sogar der Reifen demontiert werden. Ist der Speichenkopf nicht sicher fixiert, kann er sich leicht in der Nabe drehen. Daher erfordert der gesamte Vorgang Spezialwerkzeug und viel Erfahrung.

Nach der Schaftform
Speichen lassen sich anhand ihrer Schaftform in Speichen mit konstantem Durchmesser und Speichen mit variablem Durchmesser unterteilen.
Speichen mit konstantem Durchmesser (gerade Speichen)

Stoßverzahnte Speichen

Speichenmaterial
Das Material ist ein entscheidender Faktor für die Leistungsfähigkeit der Speichen. Unterschiedliche Materialien beeinflussen direkt die Festigkeit, das Gewicht, die Haltbarkeit und das Fahrgefühl des Laufradsatzes.
Edelstahl:Das am weitesten verbreitete Speichenmaterial vereint Festigkeit, Langlebigkeit und Korrosionsbeständigkeit. Es bietet ein gutes Verhältnis von Gewicht und Leistung und eignet sich daher für verschiedene Fahrsituationen. Es ist zuverlässig und bietet ein ausgezeichnetes Preis-Leistungs-Verhältnis. Im Vergleich zu Aluminiumlegierungen oder Carbonfaser ist es jedoch schwerer, was für Fahrer, die extrem leichte Designs bevorzugen, möglicherweise nicht ganz ausreicht.

Aluminiumlegierungist leichter als Edelstahlspeichen, hat aber eine geringere Festigkeit und neigt nach längerem Gebrauch zur Materialermüdung, was in Umgebungen mit hoher Belastung einen gewissen Nachteil darstellt.

TitanlegierungenSie sind leichter als Edelstahl, fester als Aluminiumlegierungen und weisen eine ausgezeichnete Korrosionsbeständigkeit auf. Darüber hinaus verbessert die leichte Elastizität von Titanlegierungen den Fahrkomfort deutlich.

KohlenstofffaserEs ist extrem leicht, extrem steif und reaktionsschnell und wurde für maximale Aerodynamik entwickelt. Es wird häufig bei Rennrädern und Triathlon-Laufradsätzen eingesetzt, um die Leistungsvorteile in wichtigen Wettkämpfen zu maximieren.
Besonders hervorzuheben ist, dass die hauseigenen Carbonfaser-Speichen von koibike in einem lackfreien Verfahren hergestellt werden, das die Oberflächenharzschicht erhält. Dies optimiert die Robustheit und dämpft effektiv die bei herkömmlichen Carbon-Speichen spürbaren Stöße, wodurch der Fahrkomfort deutlich verbessert wird. Das extrem geringe Gewicht, die hohe Festigkeit und die direkte Energieübertragung verbessern Beschleunigung, Klettereffizienz und Fahrverhalten spürbar.

Berd-SeilspeichenSie bestehen hauptsächlich aus Dyneema, einem Material, das auch für kugelsichere Westen verwendet wird und für sein außergewöhnliches Festigkeits-Gewichts-Verhältnis sowie seine Langlebigkeit bekannt ist. Dyneema ist zwölfmal so fest wie Stahl, seine Ermüdungsbeständigkeit ist höher und seine Lebensdauer länger. Jede Speiche wiegt nur etwa 2,5 g und ist so leicht, dass sie auf dem Wasser schwimmt. Gleichzeitig bietet sie eine hervorragende Stoßdämpfung für ein komfortableres Fahrgefühl. Trotz des höheren Preises ist Dyneema aufgrund seiner einzigartigen Vorteile eine beliebte Wahl für Fahrräder.

Speicheneinfädelung
Unterschiedliche Einspeichsysteme beeinflussen die Festigkeit, Steifigkeit und das Gewicht der Felge. Wählen Sie das passende System entsprechend Ihrem Fahrstil und den jeweiligen Bedingungen.
Gerade Schnürung (OX)Die Speichen kreuzen sich nicht und verlaufen radial direkt von der Nabe zur Felge. Diese Einspeichung belastet die Nabenhülse stärker, weshalb die meisten Nabenhersteller die maximale Speichenspannung auf 100 kg/f begrenzen.
Die Straight-Pull-Einspeichung bietet den kürzesten Weg zwischen Nabe und Felge, was zu kürzesten Speichen und einem geringeren Laufradgewicht führt. Allerdings ist ihre Stabilität relativ gering, weshalb sie typischerweise am Vorderrad von Rennrädern mit Felgenbremsen und gelegentlich an der Nicht-Antriebsseite des Hinterrads verwendet wird.

Kreuzschnürung (2-Kreuz/3-Kreuz):Die Kreuzspeichung sorgt dafür, dass sich die Speichen gegenseitig stützen und so die Gesamtsteifigkeit und Haltbarkeit des Laufradsatzes verbessert wird. Im Vergleich zur geraden Speichenanordnung (0X) weist die Kreuzspeichung einen deutlich größeren Tangentialwinkel auf, was die Drehmomentkapazität des Laufradsatzes erhöht.

2:1 Schnürung:Dies bezieht sich auf ein Speichenverhältnis von 2:1 zwischen der Antriebsseite und der Nicht-Antriebsseite. Diese Einspeichung wird häufig bei Rennrad-Hinterrädern verwendet, um die durch den Antrieb entstehenden asymmetrischen Kräfte auszugleichen. Durch die gleichmäßige Spannungsverteilung auf beiden Seiten werden die Gesamtstabilität und Haltbarkeit des Laufradsatzes verbessert und das Risiko von Speichenbrüchen oder Verformungen reduziert. Normalerweise sind die Speichenlöcher in Naben gleichmäßig verteilt, es gibt jedoch Ausnahmen: Bei der Campagnolo G3-Einspeichung liegen drei Speichenlöcher eng beieinander und folgen somit keiner gleichmäßigen Verteilung.

Speichenspannung:
Naben, Felgen und Speichen haben jeweils vom Hersteller empfohlene Spannungsbereiche. Gibt ein Felgenhersteller beispielsweise eine maximale Spannung von 140 kgf für seine Felgen an, während der Nabenhersteller maximal 120 kgf vorschreibt, sollte beim Zusammenbau der Laufräder der niedrigere Wert verwendet werden. Die Standardspannung für die meisten Laufradsätze liegt in der Regel bei 120–130 kgf, sofern nicht für bestimmte Komponenten Druckgrenzen gelten.
Achten Sie darauf, dass die Speichenspannung gleichmäßig und im optimalen Bereich liegt und befolgen Sie die korrekten Montageverfahren für Laufräder, wie z. B. die Spannungsentlastung. Wenn Ihr Laufradmonteur kein präzise kalibriertes Spannungsmessgerät verwendet oder sich auf sein Gefühl verlässt, ist dies ein deutliches Warnsignal. Wir empfehlen Ihnen in diesem Fall, eine professionellere Lösung in Betracht zu ziehen (z. B. die Montage Ihrer Laufräder durch uns vor dem Versand).

Speichenlänge:
Um die Speichenlänge exakt zu berechnen, benötigen Sie zunächst den effektiven Durchmesser (ERD) der Felge. Die ERD-Werte für alle LeBike-Felgen finden Sie auf der jeweiligen Produktdetailseite. Unser ERD-Messstandard ist: der Abstand von Speichenkappenbasis auf der einen Felgenseite zur Speichenkappenbasis auf der anderen Seite (siehe Abbildung), ohne die Speichenspitzen.
Bei Verwendung unterschiedlicher Speichenkappentypen können Anpassungen der Berechnungsergebnisse erforderlich sein: Standard-Speichenkappen für den Kopf: Die meisten Online-Rechner liefern die genaue Länge, wenn Sie einfach unseren ERD eingeben.
Innenliegende Speichenkappen: Bei 10-mm-Speichenkappen 8 mm zum Berechnungsergebnis addieren; bei 12-mm-Speichenkappen 10 mm addieren; bei 14-mm-Speichenkappen 12 mm addieren.
Hochwertige externe Speichenkappen (wie z. B. DT Swiss Squorx oder Double Square): Addieren Sie 2 mm zum Berechnungsergebnis, um sicherzustellen, dass die Speichenlänge angemessen ist.

Speichenanzahl und Lochanzahl:
Die Anzahl der Speichen bei verschiedenen Fahrradmodellen steht in direktem Zusammenhang mit den Belastungsanforderungen.
Beispielsweise verwenden Mountainbikes, wie etwa XC-Bikes, bei denen ein geringes Gewicht im Vordergrund steht, häufig 28-Loch-Felgen. Auch AM-Bikes, die aus Gewichtsgründen oft 28-Loch-Felgen nutzen, sind weit verbreitet. EN- und DH-Bikes, die eine höhere Stabilität erfordern, verwenden typischerweise 32- oder sogar 36-Loch-Felgen.
Laufräder für breite Reifen verwenden aufgrund ihrer breiteren Felgen und Reifen oft 32-Loch-Speichen, um die Stabilität zu gewährleisten.
Rennräder mit Felgenbremsen haben üblicherweise 24 Speichenlöcher am Hinterrad und 20 am Vorderrad. Rennräder mit Scheibenbremsen verwenden heutzutage hauptsächlich 24 Speichenlöcher vorne und hinten, während 28-Loch-Speichenlöcher häufig von schwereren Fahrern oder solchen, die eine höhere Stabilität wünschen, verwendet werden.
Laufräder aus Carbonfaser haben selten 36 Speichenlöcher, da die Felge selbst steifer ist als Aluminium. Einige BMX-Räder oder Tourenräder verwenden diese Spezifikation jedoch. Da das Hinterrad höheren Stoßbelastungen und einem höheren Gewicht standhalten muss, hat es üblicherweise vier Speichen mehr als das Vorderrad.
Sprecher von KOIBIKE:

Regelmäßige Wartung und Inspektion der Speichen
Speichendefekte (Lockerung, Bruch) sind häufige Probleme beim Radfahren. Regelmäßige Wartung kann ihre Lebensdauer verlängern und Sicherheitsrisiken vermeiden.
Sichtprüfung: Untersuchen Sie die Speichen auf Verbiegungen, Rost und gebrochene Litzen. Achten Sie besonders auf die Biegungen von J-förmigen Speichen und auf Spannungsspitzen in den dünnen Abschnitten von Speichen mit variablem Durchmesser. Drehen Sie den Laufradsatz, um zu prüfen, ob der Abstand zwischen Felge und Bremsbelägen gleichmäßig ist. Beträgt der Rundlauf mehr als 0,4 mm, korrigieren Sie ihn umgehend.
Tastprüfung: Klopfen Sie jede Speiche vorsichtig mit dem Finger ab. Ein klarer, gleichmäßiger Klang deutet auf eine gleichmäßige Spannung hin. Klingt eine Speiche dumpf, ist sie wahrscheinlich locker und muss mit einem Spannungsmesser überprüft werden.
Für detailliertere Informationen zur Speichenspannungseinstellung und zur Einstellung des Laufradschlags klicken Sie bitte hier: Anfängerleitfaden: Von Werkzeugen zur Einstellung, Einrichtungsanleitung für Carbon-Laufräder
Reinigung: Reinigen Sie die Speichen mit einer weichen Bürste oder einem Tuch. Vermeiden Sie Materialien, die die Speichen zerkratzen oder beschädigen könnten. Schmutz lässt sich mit neutraler Seife oder Fahrradreiniger entfernen. Spülen Sie die Speichen nach der Reinigung gründlich mit Wasser ab und trocknen Sie sie vollständig mit einem Tuch, um Rostbildung durch Wasserrückstände zu vermeiden.
Schmierung: Tragen Sie eine kleine Menge Schmiermittel auf die Speichenkappe und die Speichenverbindung auf. Dies verhindert wirksam ein Festfressen durch Oxidation oder Feuchtigkeit und erleichtert zukünftige Einstellungen.
Hinweis: Vermeiden Sie übermäßiges Schmieren. Überschüssiges Fett zieht Staub und Schmutz an und beschleunigt so den Verschleiß. Wischen Sie nach dem Schmieren überschüssiges Schmiermittel mit einem Tuch ab.
